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angemeldet am: 18. MAR 2005
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ie Ostthüringer Wirtschaft erholt sich vom vergangenen Krisenjahr. Die meisten Unternehmen, die von der IHK in den Monaten Januar bis April befragt wurden, bezeichnen die Geschäftslage als gut oder befriedigend und blicken wieder optimistischer in die Zukunft. Bei der Einstellung von Personal und der Tätigung von Investitionen sind die meisten allerdings vergleichsweise zurückhaltend. |  |
ür den Aufwind der Wirtschaft sorgt der Export, angetrieben von der chinesischen und indischen Wirtschaft sowie den zur Konsumlaune zurückfindenden USA. Begünstigt wird der Export durch den schwachen Euro. Im Ostthüringer verarbeitenden Gewerbe berichten nur noch 15 % der befragten Unternehmen von sinkenden Exportaufträgen, dagegen aber 30 % von sinkenden Inlandsaufträgen.
Die schwache Binnennachfrage hat ihre Ursache in der Euroschwäche und der Schuldenkrise sowie der Furcht vor steigenden Abgaben. Weniger Impulse für die inländische Nachfrage sind in Zukunft von der öffentlichen Hand zu erwarten. Vor allem die Kommunen spüren die Folgen der Krise; fallende Einnahmen zwingen zu verstärkten Sparanstrengungen. Kommunale Investitionsvorhaben müssen zurückgestellt oder gestrichen, die Ausgaben insgesamt verringert werden.
n den Ostthüringer Industrieunternehmen hat sich die Geschäftslage wie in sonst keiner anderen Branche verbessert. Die vergangenen drei Monate brachten einen starken Anstieg der Auslandsaufträge. Die Binnennachfrage entwickelte sich ebenfalls positiv. In Folge dessen steigt die Kapazitätsauslastung in den meisten Industrieunternehmen deutlich. Das Investitionsklima ist freundlicher als in den zurückliegenden zwölf Monaten. Gleiches gilt für die Beschäftigungsplanung.
Die Geschäftslage bei den meisten Dienstleistern ist gut bis befriedigend und liegt über dem Ostthüringer Durchschnitt. Die Dienstleistungsunternehmen hatten in den vergangenen zwölf Monaten weit weniger unter der Krise zu leiden als andere Branchen. Die Erwartungen für die kommenden Monate sind weniger optimistisch als noch zum Jahreswechsel. Auf den Arbeitsmarkt wird die Personalplanung der Dienstleister für die kommenden Monate kaum Auswirkung haben: Ebensoviele planen Neueinstellungen wie Entlassungen.
In Ostthüringen verbessert sich die Konsumlaune. Die Händler profitieren davon. Die Geschäftslage verbessert sich in vielen Handelsunternehmen gegenüber der Vorumfrage zum Jahreswechsel aber nur geringfügig. Zwar zieht die Konjunktur wieder an, den Händlern fehlt im Frühjahr aber das Feiertagsgeschäft. In den kommenden Monaten erwarten die meisten Händler keine Eintrübung ihrer Geschäfte.
Das Verkehrsgewerbe erholt sich deutlich von den Belastungen des Krisenjahres. Das Fracht- und Umschlagvolumen steigt, und mit ihm der Optimismus in der Branche. Nach langer Stagnation wird für das Jahr 2010 ein leichtes Wachstum des Transportmarktes erwartet. Die Investitionszurückhaltung scheint hier zu Ende zu sein. Die Hälfte der Transportunternehmen und drei Viertel der Spediteure planen zu investieren, vor allem in den Ersatzbedarf, Umweltschutz (Emmissionsreduzierungen) und in Rationalisierungsmassnahmen. Im Personenverkehr arbeitet nur jedes dritte Unternehmen kostendeckend. Bei relativ stabilen Beförderungsmengen und einer leichten Verbesserung der Fahrzeugauslastung wirken sich die Kostensteigerungen negativ auf das Betriebsergebnis der Unternehmen aus. Bei gleichbleibenden Beförderungsentgelten ist für jedes zweite Personenverkehrsunternehmen mit einer Verschlechterung der Geschäftslage zu rechnen. Insbesondere der Taxi- und Mietwagenbereich wird sich mit einer Zuspitzung der Nachfragesituation auseinandersetzen und ggf. Kapazitäten anpassen müssen.
Wie im Frühjahr üblich, verbessert sich die Lage im Baugewerbe deutlich. Hier wirken vor allem saisonale Effekte. Doch davon unabhängig sind auch die Erwartungen für die kommenden zwölf Monate zuversichtlicher. Einen starken Aufschwung des Bausektors erwarten aber nur wenige Unternehmen. Die Folgen der Krise sind in vielen Bauunternehmen noch immer zu spüren. Die Auftragslage hat sich gegenüber dem Frühjahr 2009 nicht verbessert. Lediglich 14 % der Unternehmen berichten von steigenden Auftragszahlen. Im Frühjahr 2009 waren es knapp 20 %.
Der Aufwärtstrend in der Ostthüringer Tourismusbranche setzt sich vorerst nicht fort. Nach zweimaliger Verbesserung der Geschäftslage berichten die Gastronomen, Hoteliers und Reiseunternehmen in der Konjunkturumfrage für die ersten vier Monate dieses Jahres wieder über sinkende Ergebnisse. Die Geschäftslage ist schlechter als zum Jahreswechsel. Dies lässt sich nicht zuletzt zurückführen auf weniger Feiertage im Befragungszeitraum und die Tatsache, dass Ostthüringen kein ausgesprochenes Ziel für Winterurlauber ist.
m Frühjahr 2010 ist die Unternehmensfinanzierung in Teilen der Ostthüringer Wirtschaft noch immer problematisch. Jedoch hat sich die Lage gegenüber dem Jahreswechsel verbessert. Aktuell berichtet ein Viertel der Unternehmer von Problemen bei der Kreditakquise. Vor vier Monaten war es ein Drittel.
Verbessert haben sich die Bedingungen insbesondere im Bau- und verarbeitenden Gewerbe. Die höchste Nachfrage nach Krediten besteht in der Verkehrsbranche. Benötigt werden sie dort vor allem für den Abbau des Investitionsstaus (Verschiebung der Anschaffung von Fahrzeugen als Ersatzinvestition infolge der Wirtschaftskrise).
Konjunkturbericht der Industrie- und Handelskammer (PDF) |
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