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Marco
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ünf sogenannte Stolpersteine wurden am vergangenen Dienstag in Geraer Gehwege eingelassen. In der Laasener Strasse 16, am ehemaligen Waldkrankenhaus und in der Nestmannstrasse erinnern sie zusammen mit einer Gedenktafel an die Familie Salomon, Professor Dr. Hans Simmel und Julius Simsohn. Sie alle lebten und arbeiteten in Gera, bevor sie Opfer des Nationalsozialismus wurden. Bei den Stolpersteinen handelt es sich um ein Projekt des Kölner Künstlers Gunter Demnig, der sagt: «Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist». |
eit dem Jahre 1993 hat er deshalb schon 16 500 solche Steine in 361 Orten in Deutschland, Österreich, Ungarn und den Niederlanden in den Boden gebracht. Darauf sind die Namen von Menschen zu lesen, die wegen ihres Glaubens, der Herkunft oder Lebensweise, von anderen Menschen mit einer anderen Gesinnung ermordet oder in den Tod getrieben wurden.
Familie Salomon
• Dr. med. Oskar Salomon, geb. am 21. September 1863 in Halle an der Saale
• war ab dem Jahre 1908 Spezialarzt für Haut- und Harnkrankheiten in Gera
• hatte seine Wohnung und Praxis in der Adelheidstrasse 12
• Ehefrau Martha Salomon, geb. am 6. September 1873 in Eisleben
• Sohn Hans Salomon, geb. am 17. April 1898 in Geringswalde
• Absolvent des Gymnasiums Rutheneum im Jahre 1916
• meldete sich freiwillig zur Armee
• wurde am 22. März 1932 zum Amtsgerichtsrat berufen
• Entlassung aus dem juristischen Dienst am 31. Dezember 1935
• 1938 Verschleppung in das Konzentrationslager Buchenwald
• kehrte später aus Buchenwald zurück und wählte gemeinsam mit seinen Eltern am 18. September 1941 den Freitod
Professor Dr. Hans Simmel
• am 6. April 1891 in Berlin-Charlottenburg geboren
• seine Grosseltern väterlicherseits waren Juden
• 1917 für Verdienste im I. Weltkrieg mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet
• ab dem 15. Juni 1928 leitender Arzt der inneren Abteilung am städtischen Krankenhaus
• wurde am 20. März 1933 wegen negativer Äusserung über die Hakenkreuzfahne in Schutzhaft genommen
• untersagte die Auslegung der NS-Zeitung "Geraer Beobachter" im Krankenhaus
• wegen seiner politischen Einstellung und der Zuordnung zum "Halbjuden" am 24. März 1933 aus dem Krankenhaus entlassen
• Inhaftierung in das Konzentrationslager Dachau am 10. November 1938
• Emigration in die USA, nach seiner Entlassung aus dem KZ Dachau zu Beginn des Jahres 1939
• am 23. August 1943 in Colorado Springs (USA) an den verbliebenen seelischen und körperlichen Schäden gestorben
Julius Simsohn
• war jüdischen Glaubens und der Vater des am 6. Februar 2001 verstorbenen Geraer Ehrenbürgers Werner Simsohn
• kämpfte im I. Weltkrieg als Frontsoldat, erhielt Auszeichnungen und wurde Vizefeldwebel
• wurde Ende 1927 in der Zschochernstrasse 26 Fillialleiter der Berliner Firma Korrekt
• zog im Jahre 1934 in ein ehemaliges Schokoladengeschäft in der Nestmannstrasse 1
• wurde am 10. November 1938 in seiner Wohnung durch die SA verhaftet und ins KZ Buchenwald gebracht
• am 30. Dezember 1938 aus dem KZ entlassen
• beging im Jahre 1942 einen Selbstmordversuch, nachdem seine Mutter deportiert wurde
• wurde selbst im Jahre 1944 in das KZ Auschwitz gebracht und ist vermutlich noch im selben Jahr dort umgekommen |
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Marco
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etzen Monat wurde in der Nestmannstrasse die zum dortigen Stolperstein gehörende Gedenktafel abgeschlagen. Als die Initiative Stolpersteine am 16. Januar darüber in Kenntnis gesetzt wurde, erstattete sie Anzeige gegen Unbekannt. Die Tafel wurde wenig später zerbrochen aufgefunden.
Eine neue soll in wenigen Wochen angebracht werden, wenn der Künstler Gunter Demnig am 6. April in Gera die nächsten fünf Stolpersteine setzt. Allerdings wird die Tafel nicht mehr vor dem baufälligen Gebäude Nr. 1 A, sondern ein paar Schritte weiter strassenabwärts am Haus Nr. 1 angebracht werden. Bezahlt wird sie durch das Jugendhaus Shalom mit eingegangenen Spendengeldern. Hersteller ist eine Firma im Gewerbepark Keplerstrasse. |  |
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Marco
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 | estern Nachmittag hat Gunter Demnig weitere fünf Stolpersteine in Gera platziert. Sie erinnern an Emil Löwenstein, Rudolf Diener, Ernst Brüg, Emmy Weber und Anna Schalscha. Unter der Anteilnahme mehrerer Bürger wurden Steine vom Künstler in die zuvor ausgeschnittenen Geweg-Löcher eingebracht. An jedem der Orte hielt Günter Domkowsky von der linken Fraktion im Stadtrat anschliessend eine kurze Gedenkrede. Zugegen waren u. a. Ramon Miller (Baudezernent), Dieter Hausold (Vorsitzender der linken Fraktion im Thüringischen Landtag), Evelyn Fichtelmann (Ausländerbeauftragte der Stadt Gera) und Heidi Götze, die Leiterin des Jugendhauses Shalom und Projektbeteiligte. Zum Schluss verfüllten Mitarbeiter des Bauhofes die Zwischenräume im Gehweg. |
inanziert wurden die Steine durch Spenden der Stiftung für Internationale Ökumenische Kontakte und der Stiftung für Partnerkontakte Arnhem Jumelange. Bereits am 10 November 2008 übergaben Gäste aus der Partnerstadt Arnheim in der Trinitatiskirche eine Spende für zwei Stolpersteine an Herrn Domkowsky und Frau Götze. Damals wurde mit einem ökumenischen Gottesdienst der Ofper der Rechsprogromnacht gedacht. Die anderen Stolpersteine finanzierte das Jugendhaus Shalom mit Spendengeldern.
Emil Löwenstein
geboren am 4. April 1884
war nach der Heirat seiner Frau Mitinhaber der Firma P. Goldschmidt
im Jahre 1938 wurde er in das KZ Buchenwald gebracht
von Unbekannten wurde Löwenstein im März 1942 abgeholt und gilt seither als verschollen
Gedenkort in der Zschochernstrasse 32
der Stein ist auch Heinz Rose gewidmet
Rudolf Diener
geboren am 15. Juli 1904 in Gera
war Mitglied der KPD und bekämpfte aktiv den Faschismus
wurde 1937 inhaftert und anschliessend in das KZ Buchenwald gebracht
nach seiner Freilassung setzte er seine Arbeit fort und wurde deshalb erneut verhaftet
am 13. März 1941 wurde er im Gerichtsgefängnis in der Amthorstrasse ermordet
Gedenkort am Haus Nr. 9 auf der Sorge
der Stein ist auch Meta Böhnert, Erich Wilke, Otto Rothe und Christian Schmidt gewidmet
Ernst Brüg
geboren am 26. Juni 1883
führte nach dem Tod seines Vaters das Schuhgeschäft am Markt 12
wurde im Jahre 1983 verhaftet und zusammen mit anderen Geraern in das KZ Buchenwald gebracht
am 7. Dezember 1938 verstarb er in der Milbitzer Heilanstalt an den Folgen des KZ-Aufenthaltes
Gedenkort an der Eisdiele Sorge, Ecke Schlossstrasse
Emmy Weber
geboren am 10. März 1909 in Köln
ihr Vater war Redaktionsleiter der Geraer Zeitung, welche in der Burgstrasse 5 ihren Sitz hatte
Emmy war Kinderärztin und sollte mit ihrer Mutter nach Theresienstadt deportiert werden
der Vater war Mitglied der "Aktion Mitte" und sollte in ein Erziehungslager der Gestapo gebracht werden
am 15. Oktober wählte Emmy zusammen mit ihren Eltern den Freitod
Gedenkort in der Burgstrasse 5
Anna Schalscha
geboren 27. Juni 1867 in Gera
war mit Louis Schalscha, dem Besitzer einer Geraer Lederfabrik verheiratet
wurden 1938 im "Judenhaus" in der Agnesstrasse 4 unter Aufsicht der Gestapo gestellt
ihre Tochter wurde im Mai 1942 deportiert, wodurch Anna den Lebensmut verlor
am 21. Juli 1942 wählte sie den Freitod durch das Einatmen von Gas
217 Menschen aus Gera wurden in der NS-Zeit ermordet oder in den Tod getrieben. |
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Marco
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n Gera will der Kölner Künstler Gunter Demnig am 7. Juni zehn weitere Stolpersteine setzen. Sie sollen erinnern an:
Herbert Biermann, Sohn von Max Biermann (Verlegung am Johannisplatz)
Erich Biermann, Sohn von Max Biermann (Verlegung am Johannisplatz)
Lilly Biermann, Tochter von Max Biermann (Verlegung am Johannisplatz)
Edith Biermann, Ehefrau von Erich Biermann (Verlegung am Johannisplatz)
Hilde Sternefeld, Verlobte von Erich Biermann (Verlegung am Johannisplatz)
Abraham Mordechai (Verlegung in der Blumenstrasse 8)
Lea, Frau von Abraham Mordechai (Verlegung in der Blumenstrasse 8)
Bernhard, Sohn von Abraham Mordechai (Verlegung in der Blumenstrasse 8)
Jakob, Sohn von Abraham Mordechai (Verlegung in der Blumenstrasse 8)
Rudolf Scheffel, kommunistischer Widerstandskämpfer (Verlegung in der Rudolf-Scheffel-Strasse 18)
usgewählt wurden die Namen von der Interessengruppe Stolpersteine aus 21 eingereichten Vorschlägen. |
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Marco
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 | ie fünf im Gehweg am Johannisplatz eingelassenen Stolpersteine sind am Wochenende gestohlen worden. Zeugen wollen am Samstagmorgen beobachtet haben, wie ein Mann die Steine mit Werkzeugen herausloste. Nachdem sie die Polizei verständigt hatten, nahm diese nahe des Tatortes einen 22-jährigen fest, der auch Werkzeug mit sich führte. Zu seinen Motiven habe er sich noch nicht geäussert, so die Polizei. Inzwischen wurde er wieder freigelassen. Wo sich die gestohlenen Steine befinden, ist bislang nicht bekannt. An der Tat waren möglicherweise mehrere Personen beteiligt. |
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Marco
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rei Wochen nach dem Diebstahl der Stolpersteine am Johannisplatz, haben sich Unbekannte an den Steinen in der Blumenstrasse 8 vergangen, die an die Familie Sinenski erinnern. Durch Schadeinwirkungen auf die Oberfläche zeigt diese nun dunkle Verfärbungen. Die Polizei ermittelt in dieser Sache. |  |
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Marco
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ieder wurde ein Stolperstein gestohlen. Diesmal ist es der in der Zschochernstrasse 32, welcher an Emil Löwenstein erinnert. Er soll in der Zeit zwischen Donnerstag, 18 Uhr, und Freitag, 7 Uhr, entwendet worden sein. Die Kriminalpolizeiinspektion Gera hat nun zwecks der Ermittlungen eine Arbeitsgruppe gebildet. |
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